Hatten Sie als Kind einen Traumberuf?
Eigentlich nicht. Aber schon als Kind liebte ich es besonders beeindruckende, starke Persönlichkeiten mit eigenen Meinungen und beeindruckender Haltung zu beobachten. Gerne hätte ich mit ihnen selbst sprechen wollen – daraus ist dann das Kommunikationshobby entstanden.

Was würden Sie anders machen, wenn Sie nochmals von vorne beginnen könnten?
Ich freue mich auch heute, dass ich als Macher, d.h. als Unternehmer und nicht als Unterlasser gelte. Ich würde das Meiste wieder genau gleich machen.

Wie wurden Sie von Ihren Lehrern eingeschätzt?
Meine Lehrer haben mein Betragen stets als gut taxiert. Einzelne haben es verstanden, mich in meiner Art zu bestätigen und mich dadurch auch stark zu motivieren.

Auf welche ausserschulische Leistung in Ihrer Jugend sind Sie noch heute stolz?
In meiner Jugend habe ich als Kassier der Jugendgruppe gearbeitet und etliche Anlässe wie Bazars, Feste oder Jubiläen, ohne das heute übliche Sponsoring, organisiert. Dabei hatten wir immer selbst für ein erfolgreiches Kassenresultat gesorgt.

Ist die Management-Ausbildung auf der Höhe der Zeit? Und aufgrund welcher Erfahrungen glauben Sie, das beurteilen zu können?
Die Management-Ausbildung hat gewaltige Sprünge, grösstenteils zum Guten, hinter sich. Ich stehe aber eher zur folgenden Aussage: „Das Reichsein schliesst das Anständigsein nicht aus“. Das heisst für mich edler Geist und Geld. Gewinnoptimierung darf nie die oberste Maxime sein. Verantwortung für die Mitarbeitenden und die Gesellschaft sollen nie auf der Strecke bleiben.

Wo würden Sie in der Führungsschulung andere Akzente setzen?
Veränderungen gehören zum Tagesgeschäft, aber sie sollten stets verbessern, weitsichtig und nachhaltig sein. Solidarität, Kreativität, Kultur, Fleiss und Freude sind Werte, die in der Führungsschulung mehr Platz und Training abverlangen. So kann ein starkes Erfolgsteam wesentlich mehr in die richtige Richtung zum Nutzen von Menschen bewegen.

Wer hat Sie am meisten gefördert?
Ich bin etlichen Persönlichkeiten dankbar, die mich mit Beispiel und Vorbild in vielen Belangen gefördert haben. Z.B Prof. Dr. Rupert Lang, ein deutscher Jesuit mit 4-fachem Doktortitel (Denken), Dr. Jack Thommen (freie Rede, Goethe und Philosophie), Sami Molcho (Körpersprache), nur um einige zu nennen. Mein kultur- und historikstarker Sek-Lehrer, Alfred Böhi, hat unserer damaligen Klasse beispielhaft die Augen geöffnet und uns Kulturbewusstsein ins Leben mitgegeben – Musik / Malerei / Poesie etc.

Welche Person ist für Sie ein berufliches Vorbild?
Es sind deren viele. Kennen, erkennen, wollen und umsetzen haben mir erfolgreiche Unternehmer-Persönlichkeiten als Vorbilder „beigebracht“.

Welches sind für Sie die wichtigsten Tugenden eines Vorgesetzten?
Ein Vorgesetzter muss Stärken leben, aber auch ein Menschenfreund sein. Empathie, Begeisterungsfähigkeit und Professionalität sind immer ein entscheidender Faktor.

Welche Eigenschaften Ihrer Mitarbeitenden halten Sie für besonders wertvoll?
Unsere Mitarbeitenden sind loyal und über Jahre firmentreu. Einzelne sind wertvolle Mitunternehmer, denen ich wohlwollend und bedingungslos vertrauen kann.

Was bringen Frauenquoten?
Frauenquoten bringen nichts. Geschicklichkeit und Gespür bei der Personenauswahl sind selbstregulierende Erfolgsfaktoren. Einzigartige Kämpferinnen mit guter Einstellung, Charme und Sozialkompetenz empfinde ich wichtiger als Regulatorien.

Haben sich Ihre Führungsprinzipien im Lauf der Zeit verändert?
Jawohl. In den 47 Jahren meiner Tätigkeit habe ich laufend dazugelernt oder verfeinert. Besinnung auf das, was Menschen Nutzen bietet, sie fördert und erfolgreicher macht. Meistens habe ich bei mir selbst angefangen.

Die Berufswelt sei hektischer, belastender geworden, geht die Klage. Ihre Einschätzung?
„Operative Hektik ist Zeichen geistiger Windstille“ lautet ein Satz von meinem Mentor Josef Schmidt. Wie recht er doch in Zeiten von Informationsflut und überbordender Technik hat. Handys und E-Mails, grenzenlose Sofortinformation hemmen Gefühle und Empfindungen und das sich in die Augen schauen.

Das Thema Nachhaltigkeit bewegt. Ihr Beitrag, heute und in Zukunft?
Bei RAUSCH wird Nachhaltigkeit gelebt. Oekobilanz, kalt gewonnene, naturbelassene Kräuterextrakte, kontrollierter Kräuteranbau bei Schweizer Vertragsbauern, Solarkraftwerk im Hause, 21% CO2 Reduktion in 2014 sind dabei einflussreiche Elemente. Nachhaltigkeit gehört laufend auf die Liste des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

Wie spüren Sie die gegenwärtige Wirtschaftslage?
Geschichtsbände und Biographien vergangener Zeiten zeigen ähnliche Situationen, wie sie heute in der Gesellschaft wahrnehmbar sind. Mentale Unsicherheit, Umsatzrückgänge, Preiszerfall (heute kostet ein Shampoo im Supermarkt oft viel weniger als ein Geschirrspülmittel), reduzieren das Einzigartige, Individuelle und nicht Austauschbare im Angebot. Vermassung und Gleichschalterei sind wohl kein Erfolgsrezept für die Schweizer Wirtschaft. Pioniergeist, Qualität, Solidität, Verlässlichkeit und Vertrauen haben Swissness zu dem gemacht, wie sie hoffentlich lange noch z.B. in China wahrgenommen und auch geschätzt wird.

Worüber haben Sie zuletzt gestritten?
Streiten ist nicht mein Hobby – Probleme erkennen und als herausfordernde Chancen sehen schon eher.

Was bedeutet Ihnen Geld?
Kälte ist die Eigenwärme des Goldes. Geld kann aber Gesundheit und Glückseligkeit nicht überwiegen.

Welches ist der Stellenwert sozialer Netzwerke für Sie, beruflich wie privat?
Soziale Netzwerke sind kostbare Image- und Reputationsbeeinflusser im business und privat. Viele meiner Begegnungen mit wertvollen Persönlichkeiten sind als „kostbare Meilensteine“ im Leben in Erinnerung. Dabei ist authentische Echtheit entscheidend. Vorgetäuschtes, gespieltes Wohlwollen hat keinen Bestand.

Service-Clubs?
Eine gute Sache; leider fehlte mir in der Vergangenheit die Zeit für eine Mitgliedschaft.

Hören Sie auf Ratschläge aus Ihrem privaten Umfeld?
Ratschläge sind auch Schläge. – Sie sind gut zu überdenken.

Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl?
Bauchgefühl / Intuition / Empathie sind für mich nebst rationalen Gedanken (facts and figures) unerlässlich; ich bin es gewohnt, auch auf die „innere Stimme“ zu hören.

Wo waren Sie jüngst in den Ferien?
Bei feinstem Wetter 10 Tage im Tessin.

Wie gut kochen Sie?
Wer gut essen will weiss, wie wichtig das Würzen ist. Kochen mit Passion fördert Sinn und Geist, entspannt zum Hochgenuss – und macht Freude.

Olympische Spiele, grosse Fussballturniere - sind das besondere Tage für Sie?
Sport ist oft sehr geldgetrieben. Natürlich freue ich mich über Erfolge tüchtiger, sympathischer Sportler und über Medaillen.

Was bringt Ihnen wirklich Erholung?
Erholung heisst für mich Auftanken für Körper, Geist und Seele. Natur, Musik, Malerei, frohe Stunden, Sport sind für mich ebenso Erholung wie angeregte Diskussionen mit feinen Menschen.

Worüber können Sie sich ärgern?
Ich ärgere mich über Arroganz und Verhalten von Menschen, deren Leistungen und Einsatz nur dem eigenen „Ich“ dienlich sind. Rücksichtslosigkeit und Aggression, Nachlässigkeit und Respektlosigkeit sind mir oft ein Dorn im geistigen Auge. Oft scheint vernetztes Denken abhanden gekommen zu sein.

Wie viele Stunden arbeiten Sie pro Tag?
Arbeiten macht Spass – deshalb bin ich mich seit vielen Jahren an 12 – 15 Std. konzentrierte Arbeit pro Tag gewöhnt.

Aus welchem Misserfolg haben Sie besonders viel gelernt?
Der Teufel sitzt oft im Detail. Lückenlose, gut organisierte und sinnvolle Kontrollen sind unverzichtbar.

Auf welchem Gebiet haben Sie sich zuletzt weitergebildet?
Verkaufspsychologie ist in meiner Aufgabe als Unternehmer ein Muss! Aber es ist nicht nur Ware, die verkauft werden muss. Ideen, Bilder, Innovationen und Dienstleistungen sind für Kunden und Mitarbeitende so hilfreich, wenn Art und Ton der Kommunikation richtig ankommen.

Welchem Satz misstrauen Sie besonders?
Dem Kaffee- und dem Steuersatz (lacht..)

Was missfällt Ihnen als Staatsbürger/in?
Es stimmt mich nachdenklich, dass sich immer weniger junge Menschen für ein Amt in der öffentlichen Verwaltung zur Verfügung stellen und den Wert der echten Demokratie auch mit permanenter Stimmabstinenz verkennen.

Sind Sie zuversichtlich für die Schweiz?
Ja das bin ich; aber nur, wenn sorgfältige und weitsichtige Denker das grosse persönliche Engagement zum Wohle der Eidgenossen auf sich nehmen und kluge Weichen, wie bereits früher in unsicheren Zeiten, in die Zukunft stellen.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren wird mein Nachfolger das Familienunternehmen RAUSCH erfolgreich führen, nachdem ich gelernt habe, loszulassen. Ich werde genüsslich und bei guter Gesundheit meinen Hobbies frönen.